Was ist das
Schlucken ist ein fein abgestimmter Ablauf aus über zwanzig Muskelpaaren — und fällt erst auf, wenn er nicht mehr funktioniert. Eine Schluckstörung (Dysphagie) entsteht häufig nach einem Schlaganfall, bei neurologischen Erkrankungen wie Parkinson oder durch altersbedingte Veränderungen. Auf der Verordnung steht dann zum Beispiel „Dysphagie" oder „Störung der oralen Phase des Schluckakts".
In der Therapie geht es um zwei Dinge: sicher schlucken — also verhindern, dass Essen und Trinken in die Atemwege geraten — und möglichst normal essen können, weil gemeinsames Essen ein großes Stück Lebensqualität ist.
Die Befundung klärt, in welcher Phase des Schluckens das Problem liegt und welche Konsistenzen sicher sind. Darauf bauen Übungen, Haltungsanpassungen und Schlucktechniken auf.
Wann eingesetzt
- Bei Schluckstörungen nach Schlaganfall oder Hirnblutung
- Bei neurologischen Erkrankungen wie Parkinson oder Multipler Sklerose
- Nach Operationen oder Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich, in Abstimmung mit den behandelnden Ärzten
- Bei altersbedingten Schluckproblemen mit häufigem Verschlucken
- Bei gurgeliger Stimme nach dem Essen, Räusperzwang oder unklarem Gewichtsverlust mit ärztlich festgestellter Schluckstörung
Hinweis: Die individuelle Eignung klärt deine Verordnung beziehungsweise das Gespräch mit unseren Therapeutinnen und Therapeuten.
Was im Alltag weiterläuft
Bei Schluckstörungen entscheidet der Alltag: Jede Mahlzeit ist entweder ein Risiko oder eine Übung. Deshalb beraten wir Angehörige und, wo nötig, Pflegekräfte ganz konkret — welche Konsistenzen passen, wie wird angedickt, welche Haltung hilft, worauf ist beim Essenreichen zu achten. Das schriftlich und verständlich, damit es auch dann funktioniert, wenn wir nicht dabei sind.
Unsere Methoden
- Klinische Schluckuntersuchung mit Konsistenzerprobung
- Aktivierende Übungen für Zungen-, Mund- und Kehlkopfmuskulatur
- Schlucktechniken und Haltungsanpassungen
- Beratung zu Kostanpassung und sicherem Essen und Trinken
- Anleitung von Angehörigen und Pflegekräften
- Enge Abstimmung mit Hausarzt- und Facharztpraxen
Verordnung und Kasse
Die Verordnung stellt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt aus — häufig Neurologie, HNO oder die Hausarztpraxis. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten; du zahlst die gesetzliche Zuzahlung, sofern du nicht befreit bist. Eine Einheit dauert in der Regel 45 Minuten. Bei eingeschränkter Mobilität sind Hausbesuche möglich, wenn die Verordnung sie ausweist.
Häufige Fragen
- Woran merkt man eine Schluckstörung?
- Typische Zeichen sind häufiges Verschlucken oder Husten beim Essen und Trinken, das Gefühl, dass Essen stecken bleibt, eine gurgelige Stimme nach dem Trinken oder unbeabsichtigter Gewichtsverlust. Wenn dir so etwas auffällt, sprich es ärztlich an.
- Warum ist eine Schluckstörung ernst zu nehmen?
- Wenn Nahrung oder Flüssigkeit regelmäßig in die Atemwege gerät, kann das die Lunge belasten. Deshalb gehört eine Schluckstörung ärztlich abgeklärt — die Therapie setzt dann auf dieser Diagnostik auf.
- Sind Hausbesuche möglich?
- Wenn die ärztliche Verordnung einen Hausbesuch ausweist, ja. Bei Schluckstörungen ist das häufiger der Fall, weil viele Betroffene in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.