Was ist das
Handtherapie ist ein spezialisierter Bereich der Ergotherapie — für Erkrankungen, Verletzungen oder Funktionsstörungen der Hand, des Handgelenks und des gesamten Arms. Die Hand ist das wichtigste Werkzeug im Alltag: Anziehen, Schreiben, Kochen, Arbeiten. Wenn sie nicht mehr richtig mitspielt, merkst du das in jedem Lebensbereich.
Eine Sitzung beginnt mit einer Befundung — was kannst du gerade nicht mehr, wo zwickt es, was steht auf der Verordnung. Daraus entsteht ein Behandlungsplan, der zur Phase deiner Verletzung oder Erkrankung passt: direkt nach einer OP arbeiten wir anders als bei chronischer Arthrose.
Wir nutzen ein breites Methoden-Spektrum: gezielte Mobilisation einzelner Gelenke, Narben- und Ödembehandlung, Sensibilitätstraining, thermische Anwendungen wie Paraffinbad oder Heiße Rolle, Kälteanwendungen, Nervenmobilisation, Spiegeltherapie. Dazu konkretes Alltagstraining: Hemdsknopf schließen, Schlüssel drehen, mit der Schere schneiden.

Was im Alltag weiterläuft
Eine Behandlung pro Woche reicht nicht, um eine Hand wieder ans Funktionieren zu bringen. Wir zeigen dir, wie du zwischen den Terminen weiterarbeitest — mit individuellen Übungen, mit Anpassungen am Arbeitsplatz oder zuhause, mit Hilfsmitteln, die dich nicht entmündigen, sondern entlasten.
Wenn du beruflich viel mit den Händen arbeitest, sprechen wir Gelenkschutz-Strategien und Arbeitsplatz-Ergonomie durch. Wenn nach der Therapie weiterer Kraft- und Funktionsaufbau sinnvoll ist, besprechen wir mit dir, in welcher Form das passt.

Wann eingesetzt
- Nach Frakturen — Mittelhand-, distale Radiusfraktur, Skaphoid-Bruch
- Nach Sehnen- und Bandverletzungen
- Bei Nervenkompressions-Syndromen (Karpaltunnelsyndrom, Ulnaris-Syndrom)
- Bei Arthrose und rheumatischen Erkrankungen — zum Beispiel Rhizarthrose
- Bei Morbus Dupuytren
- Bei CRPS (Komplexes regionales Schmerzsyndrom)
- Bei Narben nach Operationen, die einschränken
- In der postoperativen Nachsorge nach handchirurgischen Eingriffen
Hinweis: Die individuelle Eignung klärt deine Verordnung beziehungsweise das Gespräch mit unseren Therapeutinnen und Therapeuten.
Unsere Methoden
- Mobilisation einzelner Gelenke
- Narben- und Ödembehandlung
- Sensibilitätstraining
- Thermische Anwendungen (Paraffinbad, Heiße Rolle, Kälteanwendung)
- Nervenmobilisation
- Spiegeltherapie
- Alltagstraining mit konkreten Handgriffen
- Beratung zu Arbeitsplatzgestaltung, Gelenkschutz und Hilfsmitteln
- Erstellung eines individuellen Übungsprogramms
Verordnung und Kasse
Handtherapie wird vom Arzt verordnet — Handchirurg, Orthopäde, Hausarzt oder Allgemeinchirurg. Bei akuten Verletzungen läuft das oft direkt nach der OP: Das Krankenhaus stellt das Rezept aus, wir steigen entsprechend früh ein.
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt den Großteil der Kosten. Du zahlst die gesetzliche Zuzahlung von 10 Prozent plus 10 Euro Rezeptgebühr pro Verordnung, sofern du nicht zuzahlungsbefreit bist. Eine Einheit dauert in der Regel 45 oder 60 Minuten — je nach Schlüssel auf der Verordnung. Selbstzahler-Termine sind möglich.
Häufige Fragen
- Brauche ich ein Rezept?
- In der Regel ja. Handchirurgen, Orthopäden, Allgemeinchirurgen und Hausärzte können Handtherapie verordnen — oft direkt nach einer OP oder Verletzung. Selbstzahler-Termine sind ebenfalls möglich.
- Was unterscheidet die Handtherapie von der Physiotherapie der Hand?
- Die ergotherapeutische Handtherapie hat einen stärkeren Alltagsfokus. Wir trainieren nicht nur Beweglichkeit und Kraft, sondern üben gezielt die Handgriffe, die du im Beruf und Alltag brauchst. Hilfsmittelberatung und Arbeitsplatz-Beratung gehören dazu.